Umsatzentwicklung im deutschen Lebensmitteleinzelhandel (2021–2024)
Diese Seite zeigt die Umsatzentwicklung führender Lebensmittelhändler in Deutschland seit 2021.
Anhand interaktiver Liniengrafiken wird sichtbar, wie stark Umsatzwachstum durch Inflation, Preissteigerungen und veränderte Verpackungsgrößen beeinflusst wurde.
Ergänzend ordnet eine kurze Analyse unter jeder Grafik ein, welche Rolle Shrinkflation im jeweiligen Geschäftsmodell spielt.
Lebensmitteleinzelhandel:
REWE Group – Umsatzentwicklung (in Mrd. €)
Nominales Umsatzwachstum bei schwacher realer Mengenentwicklung.
Der Umsatzanstieg seit 2021 ist bei REWE überwiegend auf Preissteigerungen zurückzuführen. Das reale Absatzvolumen dürfte deutlich schwächer gewachsen sein als der nominale Umsatz.
Shrinkflation wurde insbesondere bei verarbeiteten Lebensmitteln und Eigenmarken genutzt: kleinere Verpackungseinheiten bei gleichbleibendem oder steigendem Preis ermöglichten eine schrittweise Weitergabe gestiegener Kosten.
Insgesamt fungiert Shrinkflation bei REWE als ergänzendes Instrument der Preissetzung, während Inflation und Preisniveau den Haupttreiber des Umsatzwachstums darstellen.
EDEKA – Umsatzentwicklung (in Mrd. €)
Deutliches Umsatzwachstum, primär inflationsgetrieben.
Der starke Umsatzanstieg bei EDEKA seit 2021 reflektiert vor allem das gestiegene allgemeine Preisniveau. Das reale Absatzwachstum dürfte deutlich hinter der nominalen Entwicklung zurückgeblieben sein.
Shrinkflation trat vor allem im Markenartikel-Segment auf, während EDEKA im Eigenmarkenbereich häufiger direkte Preisanpassungen nutzte. Mengenreduktionen dienten dabei dazu, Preissprünge für Konsumenten weniger abrupt erscheinen zu lassen.
Insgesamt ist Shrinkflation bei EDEKA ein relevantes, jedoch nicht dominierendes Element der Preisstrategie.
Lidl Deutschland – Umsatzentwicklung (in Mrd. €)
Wachstum primär durch Nachfrageverlagerung, nicht durch klassische Shrinkflation.
Lidl profitierte seit 2021 stark von der Inflation, da viele Haushalte von teureren Vollsortimentern zu Discountern wechselten. Das Umsatzwachstum resultiert daher zu einem großen Teil aus steigenden Absatzmengen und höherer Kundenfrequenz.
Shrinkflation spielt bei Lidl eine untergeordnete Rolle, da das Discountmodell auf klare Preisführerschaft setzt. Mengenreduktionen kommen vereinzelt vor, sind jedoch weniger relevant als direkte Preisanpassungen.
Kaufland Deutschland – Umsatzentwicklung (in Mrd. €)
Nominales Wachstum bei stagnierendem realem Absatz.
Der Umsatzanstieg bei Kaufland ist seit 2021 überwiegend auf Preissteigerungen zurückzuführen. Als Vollsortimenter mit breitem Markenangebot war Kaufland stärker von Kostensteigerungen betroffen als Discounter.
Shrinkflation trat vor allem im Markenartikel-Segment auf, während Eigenmarken häufiger über direkte Preisanpassungen gesteuert wurden. Mengenreduktionen dienten dazu, Preisschocks für Konsumenten abzufedern.
Netto Marken-Discount – Umsatzentwicklung (in Mrd. €)
Umsatzwachstum durch Frequenz- und Preiswirkung, nicht durch Mengenreduktion.
Netto profitierte seit 2021 von der starken Preissensibilität der Haushalte. Das Wachstum erklärt sich primär durch höhere Kundenfrequenz und moderat steigende Preise.
Shrinkflation spielt im Discountmodell eine untergeordnete Rolle. Statt versteckter Mengenanpassungen wurden Kostensteigerungen überwiegend transparent über Preise weitergegeben; einzelne Verpackungsanpassungen blieben die Ausnahme.
Penny (Deutschland) – Umsatzentwicklung (in Mrd. €)
Preisgetriebenes Wachstum bei begrenztem Spielraum für Shrinkflation.
Penny verzeichnete seit 2021 einen moderaten Umsatzanstieg, der vor allem auf Preissteigerungen und Sortimentsanpassungen zurückzuführen ist.
Aufgrund des Discount-Formats sind verdeckte Mengenreduktionen weniger verbreitet. Shrinkflation trat punktuell bei verarbeiteten Eigenmarken auf, blieb jedoch gegenüber direkten Preisanpassungen sekundär.
dm (Deutschland) – Umsatzentwicklung (in Mrd. €)
Stabiles Wachstum bei geringer Shrinkflation-Relevanz.
dm profitierte seit 2021 von steigender Nachfrage nach Drogerie- und Körperpflegeprodukten. Das Umsatzwachstum ist überwiegend preis- und sortimentsgetrieben.
Shrinkflation spielte eine untergeordnete Rolle; stattdessen dominierten transparente Preisanpassungen und der Ausbau margenstarker Eigenmarken.
Rossmann (Deutschland) – Umsatzentwicklung (in Mrd. €)
Nominales Wachstum, real gedämpfte Mengen.
Rossmanns Umsatzanstieg ist seit 2021 primär preisgetrieben. Bei Markenartikeln traten punktuell Mengenanpassungen auf, während Eigenmarken stärker über Preise gesteuert wurden.
Shrinkflation fungierte als ergänzendes Instrument zur Margensicherung, blieb jedoch weniger prägend als im klassischen Lebensmittelbereich.
